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PR-Tipp 279: Fünf Fragen rund um Social Bots

Der Begriff „Social Bot“ fällt derzeit in der gesellschaftlichen Debatte beinahe so häufig wie „Fake News“. Meistens geht es in den Berichten um Meinungsmache, ja sogar Wahlmanipulation. Doch was sind Social Bots eigentlich und wie könnten Sie die Meinung von Menschen beeinflussen?

1. Was sind Social Bots?

Bots sind derzeit in aller Munde. (Foto: Pixabay)

Social Bots sind kleine Programme, die darauf ausgerichtet wurden, innerhalb von Social Media-Plattformen aktiv zu sein. Sie können Inhalte verbreiten, Beiträge teilen oder liken. Bei Bedarf in rasender Geschwindigkeit. Angemeldet sind die Programme auf den jeweiligen Portalen wie Twitter, Facebook, Youtube oder den Kommentarbereichen von Online-Zeitungen mit eigenen Profilen, so wie jeder menschliche Nutzer auch.

2. Was verbreiten die Bots?

Genau das, worauf sie programmiert wurden. Soll der Bot Katzenvideos liken, dann likt er Katzenvideos. Soll er rechtsradikale Beiträge teilen, teilt er rechtsradikale Beiträge. Genau hier liegt für viele eines der Probleme. Denn Social Bots können auch für die Verbreitung falscher Neuigkeiten, so genannter Fake News, genutzt werden.

Zudem können sie politische Strömungen auf diesen Plattformen stärker oder schwächer wirken lassen, als sie sind. Sind sie beispielsweise programmiert, flüchtlingsfeindliche Postings auf Facebook zu liken, sieht es für normale User so aus, als unterstütze eine Vielzahl der Facebook-Nutzer solche Statements. Tatsächlich waren es aber vor allem Bots, die dem Beitrag Gewicht gegeben haben.

3. Kann man Social Bots erkennen?

Ja. Besonders auf Plattformen wie Facebook halten Profile von Social Bots einem genaueren Blick kaum stand. Zu lückenhaft wirken die Selbstbeschreibungen, zu eindimensional die Aktivitäten. Aber: Wer nicht genau hinsieht, kann sich über ihre Identität täuschen lassen.

4. Lassen sich Menschen von Bots beeinflussen?

Wie sehr Social Bots auf unsere Meinung Einfluss nehmen können, ist aktuell nicht bekannt. Tatsächlich weiß man, dass jemand mit einer politischen Vorliebe, sich nur noch sehr schwer von dieser Haltung abbringen lässt. Das gilt besonders, wenn er auf Social Media Inhalte von Fremden präsentiert bekommt.

Die Faktenlage zur Wirksamkeit ist dünn. Die selbstständige wissenschaftliche Einrichtung, die den deutschen Bundestag in Fragen des wissenschaftlich-technischen Wandels berät, weist beispielsweise in einem Zwischenbericht einer eigenen Studie darauf hin, dass die tatsächlichen Effekte der Social Bots überwiegend auf Annahmen beruhen. Es gebe bisher keine Studie, die einen gesicherten Nachweis ihrer Wirkung liefern könne. Sorge bereitet vielen Menschen jedoch das Potenzial, das in diesen Programmen steckt. Eine bessere Simulation menschlichen Verhaltens würde das Enttarnen der Programme beispielsweise wesentlich erschweren.

5. Wie kann man sich vor Beeinflussung schützen?

Die alte Regel „kenne deine Quellen“ gewinnt an Aktualität. Man sollte selbst kritisch bleiben und stets nachprüfen, bevor man eine Meldung für bare Münze nimmt. Diese Sensibilität für die Herkunft von Informationen wird in Zukunft wohl für jeden Nutzer des Internets wichtiger. Denn einfacher scheint die Orientierung im Netz – auch durch die Social Bots – nicht zu werden.

 

(cp)

 

©2017 Medienbüro Müller-Bringmann/7. Februar 2017

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Carsten Preis

Redakteur – im Medienbüro ist er für das Erstellen sämtlicher Textformen für Print und Online sowie der internen und externen Kommunikation verantwortlich. Weitere Aufgabengebiete: Redaktion und Konzeption von Mitarbeiter- und Verbandszeitschriften, Aufbau und Pflege der Social Media-Kanäle, Konzeption und Organisation von Medienterminen.

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