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PR-Tipp 260: Brainstorming: Der Letzte macht das Licht aus

Es ist eine triviale Erkenntnis: Wenn alle schreien, hört einen niemand. So ähnlich ist es auf dem heiß umkämpften Markt von Nachrichten und Botschaften. Jeden Tag buhlen mehr Unternehmen und Dienstleister um die Aufmerksamkeit von Kunden und Multiplikatoren. Die Folge: Sich wohltuend abzusetzen, wird zur Notwendigkeit – und immer schwieriger. Frische PR-Ideen fallen einem aber nicht einfach in den Schoß. Sie zu entwickeln, ist harte Arbeit. Wir stellen das Brainstorming – den Klassiker der Kreativtechniken – vor und erklären, wie er am besten funktioniert.

Hemmungen sind fehl am Platz

Kein Licht nur Schatten. In komplett dunklen Räumen soll man besonders kreativ werden können, sagt eine Studie aus Dortmund.

Viele werden es schon einmal erlebt haben: Der Chef ruft zum Brainstorming, aber die Diskussion kommt nur schwer in Gang. Am Ende finden nur kleine anstatt großer Ideen den Weg auf das Ergebnispapier. Woran das liegt, kann viele Gründe haben. Ein wesentlicher Faktor für gelungene Brainstormings ist das Betriebsklima. Ist gerade das ein heikles Thema, können die kreativen Meetings nicht ihr Potenzial entfalten. Denn wichtig ist, dass vor diesen Treffen größtmögliche Freiheiten mit einfachen Regeln eingeräumt werden. Beispiele: Es gibt keine blöden Ideen. Man darf auch die abstrusesten Vorschläge einbringen. Man soll die Ideen anderer aufnehmen. Kritik sollte außen vor bleiben.

Unter dem Strich gilt: Je weniger hemmende Faktoren vorhanden sind, je leichter werden Ideen geäußert und weiterentwickelt. Dabei ist es ganz natürlich, dass viele Vorschläge nachher nicht weiterverfolgt werden.

Kreatives Denken muss aus der Routine heraus

Kreatives Denken kann man nicht einfach anschalten. Deshalb ist es gerade zu Beginn des Brainstormings wichtig, dass die Teilnehmer in eine Art Assoziationsfluss kommen. Das ist meist keine leichte Aufgabe. Denn unser Alltag ist stark von logischen und rationalen Denkaufgaben geprägt, die klassischerweise der linken Gehirnhälfte zugeordnet werden. Das Brainstorming setzt aber vor allem auf die Denkfunktionen, die mit der rechten Gehirnhälfte verknüpft sind wie Intuition und Spontaneität. Umso wichtiger sind die schon erwähnten Freiräume.

Der letzte macht das Licht aus – dann geht es los

Wie können diese bei einem Brainstorming konkret aussehen? Wissenschaftler des RIF-Instituts für Forschung und Transfer sowie der Technischen Universität Dortmund untersuchten beispielsweise, wie sich Dunkelheit auf solche Meetings auswirkt. Ihr Ergebnis: Die untersuchten Teilnehmergruppen hatten bei völliger Dunkelheit rund 30 Prozent mehr Ideen. Die Gründe dafür sind wissenschaftlich noch nicht belegt. Es liegt jedoch nahe, von einer verringerten Hemmschwelle auszugehen. In völliger Dunkelheit muss man keine kritischen Blicke der anderen fürchten, muss nicht auf seine Haltung, Gestik oder Mimik achten. Zudem stellte sich heraus, dass Diskussionen in völliger Dunkelheit behutsamer geführt werden. Allein schon deshalb, damit nicht alle durcheinanderreden.

Wer also für die richtige Atmosphäre sorgt, kann wesentlich mehr Ideen ernten, ordnen und weiterentwickeln. Vielleicht treffen Sie sich beim nächsten Brainstorming auch einfach einmal im Dunkeln?

 

(cp)

 

©2016 Medienbüro Müller-Bringmann/16. August 2016

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