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Kaspar Müller-Bringmann bei einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Journalismus.

VHS Diskussion: Journalismus muss sich wandeln

Ist der Qualitätsjournalismus in der Krise? Werden Redakteure zukünftig durch schreibende Roboter ersetzt oder steht dem Journalismus eine glänzende Zukunft bevor? Bei der Podiumsdiskussion der Volkshochschule Mönchengladbach (VHS) zum Thema „Fake News, Populismus, Digitale Revolution – Journalismus in der Krise?“ war auch Chefredakteur Kaspar Müller-Bringmann gefragt. 

Kaspar Müller-Bringmann bei einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Journalismus.

Podiumsdiskussion über die Zukunft des Journalismus bei der VHS Mönchengladbach: (von links) Matina Bussmann, Psychologin, Kaspar Müller-Bringmann, Journalist, PR-Profi und Medienexperte, Helmut Michelis, Moderator und Journalist, Ralf Jüngermann, Inhaber einer Beratungsfirma, und Andreas Ryll, journalistischer Berater, Moderator (Belgischer Rundfunk). Foto: Thomas Erler, VHS Mönchengladbach

Einig waren sich die Diskutierenden Matina Bussmann, Psychologin und Psychotherapeutin, Ralf Jüngermann, ehemaliger Redaktionsleiter bei der Rheinischen Post, Andreas Ryll, journalistischer Berater, Moderator (Belgischer Rundfunk), Kaspar Müller-Bringmann, Journalist, PR-Profi und Medienexperte, sowie Moderator und Journalist Helmut Michelis: Der Journalismus muss sich wandeln.

Medien schalten sich thematisch gleich

Es sei für jeden offensichtlich, dass Social Media, wie Facebook, Twitter und Co., die Medienlandschaft und die Mediennutzung verändert hätten, so Kaspar Müller-Bringmann. Weniger einsichtig sei jedoch eine weitere Tendenz: Klassische Medien nutzten Social Media zunehmend als Barometer, um Trendthemen zu bestimmen. Dahinter steckten wirtschaftliche Interessen, der Blick auf Klick- und Einschaltzahlen. „Das ist kurzsichtig und führt zu einer thematischen Gleichschaltung“, kritisierte Kaspar Müller-Bringmann.

Das Interesse an schlechten Nachrichten

Soziale Medien transportierten eine Vielzahl an Sensationsgeschichten, konstatierte Matina Bussmann. Triebfeder dafür sei das menschliche Interesse an schlechten Nachrichten, um sich vor Gefahren zu wappnen, und an Sicherheit. „Manche Kanäle sorgen dafür, dass unterschwellige Ängste noch größer werden“, betonte die Psychologin. Das Betätigungsfeld für Journalisten sei nicht kleiner, sondern größer geworden, sagte Ralf Jüngermann. Die Informationsdichte sei rund 20-Mal höher als noch vor fünf Jahren. Der Bedarf an fundierter und verständlicher Berichterstattung, an Einordnung und Orientierung steige damit rapide. Die Digitalisierung sei jedoch von der Branche verschlafen worden.

Die Jugend für Fake News sensibilisieren

Der Markt von Information und fundierter Deutung dieser Informationen sei in einer Schieflage. Ein mittelfristiger Weg, um ihn wieder ins Lot zu bringen, hänge auch mit der Erziehung der nächsten Generation zusammen, so Andreas Ryll. Schüler müssten für Nachrichten neu sensibilisiert werden, damit sie mögliche Fake News, Sensationsgeschichten und fundierte Berichterstattung besser trennen können: „In der Schule muss gezeigt werden, wie Nachrichten funktionieren“, sagte Ryll. 

cp

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