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Beratung bei der Infoaktion zum Thema Alkoholmissbrauch und Medikamentenmissbrauch
23.11.2018 | Infoaktion Sucht des Caritasverbandes Rhein-Erft

"Alkoholmissbrauch ist eine Familienerkrankung"

Rhein-Erft-Kreis – Wie können Abhängige Wege aus der Sucht finden und ihr Verhalten dauerhaft ändern? Wie können sich Angehörige vom Suchtverhalten Ihrer Partner, Väter oder Mütter abgrenzen und trotzdem helfen? Dies waren zwei zentrale Fragen, um die es bei der Infoaktion des Caritasverbandes Rhein-Erft zum Thema Sucht ging.

„Man darf bei Süchten nicht vergessen, dass auch das Umfeld des Betroffenen unter dem Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch leidet. Alkoholmissbrauch ist sozusagen eine Familienerkrankung“, betont Georg Spilles. Der Leiter der Psychosozialen Beratung der Caritas in Kerpen-Sindorf stand am Hörer und per Chat mit seiner Kollegin Gunde Mehren Rede und Antwort.

Angehörige in Gespräch stärken

In Gesprächen und Beratungen gehe es deshalb oft darum, den Angehörigen bei der Abgrenzung zum Betroffenen zu helfen. Damit sie nicht für ihn beim Arbeitgeber lügen und ihn krankmelden, ihn nicht betrunken von der Familienfeier nach Hause fahren. „Dafür müssen wir die Angehörigen stark machen. Im schlimmsten Fall kann es dann bis zur Trennung führen“, so Spilles weiter.

Der Missbrauch sei ein schleichender Prozess. Das daraus erwachsende Problem werde deshalb oft erst zu spät wahrgenommen. In der Beratungsstelle melden sich häufig Männer und Frauen mittleren Alters, die bereits seit Jahren Alkohol und Medikamente in hohem Maße konsumieren und merken, dass es so nicht weitergehen kann. Die Gründe für Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bis hin zur Entwicklung einer Abhängigkeit sind dabei vielfältig. Der wohlige Rausch helfe Betroffenen zum Beispiel eine Weile, Überforderungen im Alltag oder traumatische Erlebnisse besser zu ertragen.

Verhalten zu ändern, ist schwierig

„Denken Sie daran, wie oft Sie selbst sagen ‚morgen mache ich Sport‘ und es dann doch nicht tun. Wie viel schwerer muss es für Betroffene sein, den Rausch aufzugeben? Nichts ist schwerer als eine Verhaltensänderung“, betont Spilles.

Genau daran arbeiten die Mitarbeiter der Beratungsstelle mit Hilfsbedürftigen und Angehörigen. Nach einer ambulanten Therapie werden über 50 Prozent der Betroffenen stabil abstinent. Die Psychosoziale Beratung der Caritas erreicht man unter der Telefonnummer 02273 - 527 27 oder per Mail unter psychosozialer-dienst@caritas-rhein-erft.de.

Der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e.V.

Der Caritasverband Rhein-Erft-Kreis e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.600 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.

Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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