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07.04.2017 | Caritasverband Rhein-Erft:

Neue Pflegegrade lösen starke Nachfrage aus

Pflegeexperte Mario de Haas: Hilfe im Haushalt ist besonders gefragt
Rhein-Erft-Kreis – Die Pflegereform zum Jahreswechsel 2016/2017 brachte einige Änderungen mit sich. Aus Pflegestufen wurden Pflegegrade. Das neue System für die Begutachtungen der Pflegebedürftigen orientiert sich an deren Fähigkeiten und nicht mehr an deren Defiziten. Ein Effekt: Die Anträge für unterstützende Leistungen sind seit Jahresanfang stark gestiegen. „Unsere Erfahrung mit der Reform ist positiv, sie bringt aber auch Herausforderungen mit sich“, sagt der Caritas-Pflegeexperte Mario de Haas. Er ist Fachbereichsleiter der Ambulanten Pflege des Caritasverbandes Rhein-Erft. Damit ist er unter anderem für die neun Sozialstationen des Verbandes im Kreisgebiet und rund 300 Mitarbeiter verantwortlich.

Mindestbudget verändert Nachfrage

Alle Pflegebedürftigen erhalten seit der Reform ein Mindestbudget für unterstützende Leistung. Dieses kann etwa zur Hilfe bei der Hauswirtschaft oder zur Begleitung im Alter eingesetzt werden. „Das kann für pflegende Angehörige eine spürbare Entlastung bedeuten“, sagt Mario de Haas.

Neue Mitarbeiter gesucht

Dieses Budget stellt zugleich den Caritasverband vor eine Herausforderung. „Die Anträge für diese Hilfen sind seit Jahresbeginn enorm gestiegen“, betont der Pflegeexperte. Die Caritas – aber auch andere Verbände – kämen kaum mit den Neueinstellungen für diesen Bereich nach und sind ständig auf der Suche, nach neuen Kräften. „Für diese Tätigkeiten benötigt man keine Fachausbildung, jedoch eine hohe soziale Kompetenz“, betont Mario de Haas. Bei der Caritas werden Interessierte zum Beispiel über spezielle Schulungen dafür fit gemacht.

Menschen mit Demenz profitieren von Reform

Für Pflegebedürftige und ihre Angehörige ergäben sich durch die Reform noch weitere Vorteile: „Von der Pflegereform profitieren eindeutig Menschen, die zwar körperlich noch agil sind, aber beispielsweise mit einer Form von Demenz leben“, sagt Mario de Haas. Diese Menschen erhielten durch das neue System eine durchschnittlich höhere Einstufung als früher und damit mehr Unterstützung. „Das ist gut und richtig“, betont er.

Hilfe bei Fragen gibt der CVRE

Die Reform berge aber auch Nachteile. Denn das neue Gesetz sei viel komplizierter als zuvor. Das zu durchschauen, werde für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen immer schwieriger. „Deshalb sollte man sich von Experten im Vorfeld beraten lassen“, empfiehlt der Pflegeexperte.

Ratsuchende können sich unter der Telefonnummer 02233 7990-0 – werktags von 8 bis 17 Uhr – an den Caritasverband Rhein-Erft wenden.

Der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e. V.

Der Caritasverband Rhein-Erft e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.600 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.

Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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