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11.06.2015 | Neues Ausstellungsstück im Lutherzimmer von Auerbachs Keller

Leipziger Disputation nach 70 Jahren wieder zu sehen

Gemälde wurde aufwändig digital restauriert
Leipzig – Für Pilger des sächsischen Lutherwegs gibt es jetzt noch einen Grund mehr, in Auerbachs Keller Leipzig Station zu machen: Im Lutherzimmer, einer Erinnerungsstätte für den Reformator, hängt seit wenigen Tagen ein großformatiges Bild der Leipziger Disputation von 1519. Das Gemälde zeigt die Hauptakteure des theologisch-wissenschaftlichen Streitgesprächs, Martin Luther und Professor Eck sowie zahlreiche weitere Teilnehmer.


Diese hat der Haushistoriker von Auerbachs Keller, Bernd Weinkauf, in aufwendiger Forschung identifiziert und für den Betrachter mit sparsamen, aber faktenreichen Informationen kommentiert. Zu den Personen auf dem Bild gehört auch der Gründer des Traditionsgasthauses, Dr. Heinrich Stromer von Auerbach. Die Erläuterungen zum Bild sind ebenfalls im Lutherzimmer zu finden.

Das Original-Bild stammt von Julius Hübner und wurde zwischen 1863 und 1866 gemalt. Es gehörte der Dresdner Gemäldegalerie und verbrannte 1945 beim Bombenangriff. Weinkauf fand jedoch heraus, dass Hübner 1864 eine kleine Farbskizze angefertigt hatte. Sie wird in der Kunstsammlung Weimar aufbewahrt. Diese Farbskizze diente als Grundlage für die jetzt in Auerbachs Keller zu sehende Kopie. Ein Problem war allerdings die starke Beschädigung des Originals. Aus diesem Grund wurde eine Leipziger Spezialfirma mit der digitalen Restaurierung beauftragt. Die Kosten in Höhe von rund 2.000 Euro übernahm die Auerbachs Keller Betriebsgesellschaft. „Als zertifizierte Station auf dem Nationalen Lutherweg sehen wir uns in der Verantwortung, die Bedeutung Luthers und speziell die Geschichte der Reformation in anschaulichen Objekten für die zahlreichen an der Geschichte interessierten Gäste sichtbar darzustellen“, sagt Pächter Bernhard Rothenberger.

Dank des Engagements von Rothenberger und Weinkauf ist das Bild jetzt nach 70 Jahren zum ersten Mal wieder öffentlich zu sehen. „Dass es hier in der Station Auerbachs Keller auf dem Lutherweg gezeigt wird, ist auch für unser Haus von hoher Bedeutung“, betont Rothenberger. „Schließlich haben sich Heinrich Stromer von Auerbach und Martin Luther durch dieses Ereignis kennen gelernt.“ Dass die von Luther initiierte Reformation der Kirche nicht allein eine theologische Angelegenheit war, resümierte der Wissenschaftler Heinrich Stromer von Auerbach mit den Worten: „Die Reformation ist für alle Künstler von Nachteil gewesen, außer den Ärzten. Denn alle Maler, Bildhauer, Goldschmiede beklagen sich, dass sie hungern müssten, den Ärzten aber nützt es, dass, nachdem die Heiligen aufgehört haben, die Kranken zu heilen, die Menschen wieder bei den Ärzten Zuflucht suchen müssen.“

Der Auerbachs Keller in der Mädler-Passage ist die berühmteste Traditionsgaststätte in Leipzig. Bereits 1525 wurde hier an Studenten Wein ausgeschenkt. Seinen Namen erhielt das Lokal von seinem Gründer, dem Mediziner und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (Oberpfalz). 1625 ließ sein Urenkel Johann Vetzer den Fassritt Fausts auf zwei Tafeln im Kellergewölbe malen. Diese inspirierten später Johann Wolfgang Goethe zur Faustdichtung und verhalfen der einstigen Studentenkneipe zu Weltruhm.


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Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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