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11.03.2015 | Tourismus und Pflege:

Barrieren abbauen – in Gebäuden und in Köpfen

Kaum jemand ist so reiselustig wie die Deutschen. Doch was bedeutet das für die Zukunft angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft? Die Tourismuswirtschaft wird sich wohl umstellen müssen. Am Niederrhein fängt man schon einmal damit an.

 

Niederrhein – Das Hotel im Grünen hat nicht nur ein ausgiebiges Wellnessprogramm im Angebot. Auch die Kooperation mit dem ambulanten Pflegedienst, der die Gäste bei Bedarf versorgt, gehört zum Standard. Was sich jetzt noch wie ein Zukunftsszenario anhört, könnte in ein paar Jahren schon Realität sein. Zumindest wenn es nach Martina Baumgärtner geht. Die Geschäftsführerin der Niederrhein Tourismus GmbH will in der deutsch-niederländischen Grenzregion Netzwerke schaffen, die sich mit dem Themenfeld Tourismus und Pflege auseinander setzen. Ein erster Schritt wurde bereits mit dem Projekt Tourismus@Pflege getan. Das Projekt hat eine Machbarkeitsstudie über den Bedarf an touristischer Infrastruktur für Pflegebedürftige und deren Angehörige in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden jetzt im Festsaal der LVR-Klinik für Orthopädie in Süchteln präsentiert. 

 

„Je früher wir uns mit dem demographischen Wandel und seinen Konsequenzen befassen, desto besser“, führte Landrat Peter Ottmann bei der Begrüßung in die Veranstaltung ein. Im Jahre 2060 ist jeder Dritte mindestens 65 Jahre alt. Es wird doppelt so viele über 70-Jährige geben, als Kinder geboren werden. Vor diesem Hintergrund stellte Dr. Jörg Tauch vom Institut Transfer die Machbarkeitsstudie vor. Tauch ist Experte für die Bereiche Altenpflege, Demenz, psychiatrische Pflege sowie Kommunikation im Gesundheitswesen und zeigte auf, welche Möglichkeiten in Zukunft geschaffen werden müssten, damit Pflegebedürftige und deren Angehörige Urlaub machen können. Denn das der Bedarf wächst, sei eine ausgemachte Sache, so Tauch. „Viele Leistungsanbieter wollen sich damit nicht befassen, aber die Welle wird auf sie zulaufen, ob sie wollen oder nicht.“

 

Ausgangspunkt der Studie waren Interviews mit Experten, Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. „Für die Zielgruppe war es am wichtigsten, dass die Betreuung vor Ort gewährleistet ist und die Sicherheit der medizinischen Versorgung“, fasste Dr. Jörg Tauch zusammen. Als mögliche Lösung nannte er zum Beispiel die Entwicklung von Pflegehotels. Diese Hotels könnten Entspannungs- und Präventionsangebote auch für pflegende Angehörige schaffen und das Berufsbild eines „Kümmerers“ etablieren, der sich mit den Wünschen und Nöten von gehandicapten Menschen beschäftigt. Um adäquat auf den demographischen Wandel reagieren zu können, müssten aber zunächst einmal Pflege und Tourismus zusammen wachsen. „Es empfiehlt sich der Aufbau von grenzüberschreitenden und branchenübergreifenden Netzwerken mit Partnern der Tourismus- und Gesundheitswirtschaft“, so Tauch. Das sei die Basis für eine hochwertige Produktentwicklung im Segment „Tourismus und Pflege“.

 

In der anschließenden Diskussionsrunde betonte Martina Baumgärtner, dass die Gesellschaft noch einen weiten Weg zu gehen hat. „Wir müssen die Region auf die Zukunft vorbereiten, die Betriebe für das Thema sensibilisieren und Hemmschwellen abbauen. Die Barrieren sind nicht nur baulich, sondern auch in den Köpfen.“ Dass es Möglichkeiten gibt, Unterstützung von den Krankenkassen zu bekommen, wenn Pflegebedürftige in Urlaub fahren möchten, verdeutlichte Bernd Hülsdünker, Bereichsleiter der AOK Rheinland/Hamburg. Dirk Bahnen von der Alzheimer-Gesellschaft Krefeld wurde grundsätzlich: „Wie bei den Rollatoren, die immer mehr im Stadtbild auftauchen, muss sich das Thema Demenz erst einmal normalisieren. Noch ist es ein Tabu und die Angehörigen können sich gar nicht die Möglichkeit vorstellen, in Urlaub zu fahren.“ Diese Möglichkeiten zu schaffen, wird eine große Aufgabe sein.

 

Träger des Projektes Tourismus@Pflege ist die Niederrhein Tourismus GmbH. Zu den Projektpartnern gehören die AWO Niederrhein, die EntwicklungsAgentur Wirtschaft Kreis Wesel, die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, die Stadt Krefeld, der Rhein-Kreis Neuss, der Kreis Viersen und auf niederländischer Seite De Zorggroep und Stichting Leisure Port. Das Projekt hat ein Volumen von 40.000 Euro. Davon fördert die Hälfte der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die andere Hälfte übernehmen die Projektpartner.

 

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Das Projekt Tourismus@Pflege wird im Rahmen des INTERREG IV A Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Es wird begleitet durch das Programmmanagement bei der euregio rhein-maas-nord

 

Die Machbarkeitsstudie Tourismus@Pflege kann im Internet unter www.niederrhein-tourismus.de heruntergeladen werden.

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Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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