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03.03.2015 | Buchvorstellung „Gäste in Auerbachs Keller“

Zeitreise in die Vergangenheit

Rund 800 Namen aus 40 Ländern, Regionen oder Nationen finden sich in dem Buch

Leipzig – „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen?“ Auch wenn bei Schiller nicht die Rede von Auerbachs Keller ist, so ist dieser begeisterte Ausruf ohne Einschränkung auch für das Leipziger Traditionsgasthaus zutreffend. Weit über 90 Millionen Gäste haben seit seiner Gründung 1525 Auerbachs Keller Leipzig besucht. Verewigt haben sich viele davon in den Gästebüchern des Lokals. 


Als Haushistoriker von Auerbachs Keller vertiefte sich Bernd Weinkauf vier Jahre lang in die historischen Dokumente. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er jetzt in dem Buch „Gäste in Auerbachs Keller 1851-1912“. Rund 800 Namen aus 40 Ländern, Regionen oder Nationen finden sich in dem Buch, darunter Persönlichkeiten, die damals zu den Berühmtheiten gehörten, heute aber vielfach vergessen sind.

Zum Teil vergessene Handschriften

„Anfangs standen die Gästebücher einfach in einer Mauernische des Lokals und konnten jederzeit von jedermann eingesehen werden“, berichtet Weinkauf. Dieses Verfahren diente dem guten Ruf der Gaststätte, denn so konnte sich jeder Gast vergewissern, welche „Person von Stand“ hier schon vor ihm eingekehrt war. Für den Erhalt der Bücher war dieses Prozedere allerdings nicht von Vorteil und so wundert es nicht, dass die ersten erhaltenen Gästebücher von 1851 stammen. Ihr historischer Wert wurde zum Glück in den 1950 Jahren erkannt und der gesamte Bestand von einem Buchbinder sorgfältig konserviert.

Die größte Schwierigkeit, die Bernd Weinkauf beim Studium der Bücher zu bewältigen hatte, war das Lesen der alten Handschriften, von denen die wenigsten bei null Promille geschrieben sein dürften. „Da kamen Schriften zu Tage, die nach hundert Jahren kaum noch jemand kennt“, erzählt Weinkauf. Darunter zum Beispiel ein Eintrag in altem Urdu, eine pakistanische Sprache, die heute kaum noch gebräuchlich ist. Für sein Buch wählte Weinkauf Einträge von Gästen aus, zu denen es etwas interessantes Biografisches zu erzählen gibt oder die im Zusammenhang mit einem zeitgeschichtlichen Ereignis Bedeutung haben. Unverzichtbar war für den Historiker die Recherche im Internet. Die wertvollsten Informationen ermittelte er jedoch in der Deutschen Bücherei, im Universitätsarchiv und dem Archiv der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“.

Interessante Namen und unbekannte Bilder

„Die Gästebücher von Auerbachs Keller sind kulturgeschichtlich und soziologisch bisher unerschlossene Dokumente“, erklärt Pächter Bernhard Rothenberger. Gemeinsam mit seiner Frau Christine ist er Herausgeber des Buchs von Bernd Weinkauf. Ausgewertet wurden alle Gästebücher vom Beginn ihrer Erhaltung 1851 bis zur vorübergehenden Schließung der Gaststädte 1912 wegen des Abbruchs von Auerbachs Hof und des Neubaus der Mädler-Passage. Zu denen im Buch aufgeführten Gästen gehören unter anderem die ersten in Deutschland studierenden Isländer Gisli Brynjolfsson und Gudmundur Magnusson, der Schriftsteller Gerhart Hauptmann, die Zoodirektoren Carl Hagenbeck und Ernst Pinkert, der Luftfahrtpionier Otto Lilienthal, Dr. Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfschulen, sowie die Komponisten Edvard Grieg, Richard Strauß und Peter Tschaikowsky. Außer interessanten Namen und Geschichten enthält das Buch auch zahlreiche, weitgehend unbekannte Abbildungen des historischen Kellerrestaurants.

Das 340 Seiten umfassende Buch „Gäste in Auerbachs Keller 1851-1912“ ist im Leipziger Sax-Verlag erschienen und kostet 19,90 Euro. Es wird in Auerbachs Keller verkauft, kann aber auch über jede Buchhandlung bezogen werden.

Der Auerbachs Keller in der Mädler-Passage ist die berühmteste Traditionsgaststätte in Leipzig. Bereits 1525 wurde hier an Studenten Wein ausgeschenkt. Seinen Namen erhielt das Lokal von seinem Gründer, dem Mediziner und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (Oberpfalz). 1625 ließ sein Urenkel Johann Vetzer den Fassritt Fausts auf zwei Tafeln im Kellergewölbe malen. Diese inspirierten später Johann Wolfgang Goethe zur Faustdichtung und verhalfen der einstigen Studentenkneipe zu Weltruhm.

Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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