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03.06.2014 | AKH Viersen:

Bewegungen fordern und fördern

Die Krankenpflegeschule des AKH Viersen geht einen ungewöhnlichen Weg: Sie hat die Kinästhetik, die Lehre von der Bewegungsförderung, fest in den Lehrplan integriert und Theorie und Praxis miteinander verwoben - mit positiven Auswirkungen für Patienten und Pflegemitarbeiter.


Viersen – Nach einem Schlaganfall muss der Patient auch alltägliche Bewegungen wieder neu erlernen. Schon das Aufstehen ist schwierig. Immer wieder wird die Bewegung geübt. Zunächst geht es ganz langsam in die Seitenlage und erst dann in kleinen Einzelbewegungen in die Sitzposition. Unterstützt wird er dabei von einer Pflegeschülerin des Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH). Die Besonderheiten dabei: Die Pflegeschülerin hebt den Patienten nicht an, sondern gibt ihm nur Halt, begleitet seine Bewegungen und kommentiert sie. Das alles wird beobachtet von Dozent Tino Fischer, der korrigierend eingreift, wenn es nötig ist. Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt: Auf dieses Konzept setzt die Krankenpflegeschule des Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH). Einer der Schwerpunkte dabei ist die Kinästhetik, die Lehre von der Bewegungsförderung.

„Anders als in anderen Pflegeschulen ist die Kinästhetik bei uns ein fester Bestandteil in jedem Unterrichtsblock“, sagt Tino Fischer, Fachlehrer für kinästhetische Mobilisation. „Die Patienten sollen kein passives Objekt der Pflegemitarbeiter sein, das getragen oder gehoben werden muss. Mit Hilfe der Kinästhetik fördern wir die Orientierung und die Wahrnehmung der Betroffenen. Das aktiviert die Eigenbewegung.“ Bei der Kinästhetik wird jede Bewegung so gestaltet, dass der Patient die Selbstkontrolle über das Geschehen hat. Kleinste Potenziale werden dabei genutzt. Das beansprucht Zeit und Geduld, die sich die Pflegemitarbeiter im AKH Viersen nehmen.

Kinästhetik funktioniert aber nur gemeinsam. Es ist ein gegenseitiger und kontinuierlicher Lernprozess zwischen Pflegenden und Patienten. Da ist vor allem Vertrauen gefragt. So gibt es nicht nur eine Möglichkeit, eine Bewegung neu zu erlernen und auszuführen, wie zum Beispiel ohne fremde Hilfe einen Becher in die Hand zu nehmen und zu trinken. Welche Bewegung geeignet ist, hängt von den individuellen Möglichkeiten und der Schmerzsituation des Patienten ab. Während ihrer dreijährigen Ausbildung absolvieren die Pflegeschüler des AKH die Modulabschlüsse in „Präventiver und Rehabilitativer Mobilisation“. Die Kontinuität des Lerninhaltes sowie die Vernetzung zwischen Schulunterricht und Praxisbegleitung sichert den Lerntransfer, wie auch Pflegeschüler Dennis Maassen bestätigt: „Ich konnte das Erlernte schon oft nutzen, um Patienten zu helfen. Diese gaben mir bisher immer ein positives Feedback und waren oft über die Wirkung von Kinästhetik erstaunt.“  

Berufsbedingte Überlastungsschäden werden reduziert

Kinästhetik verbessert die praktischen Fähigkeiten der Pfleger und damit die Qualität ihrer Arbeit. Positiver Nebeneffekt: Die Gefahr der typischen berufsbedingten Verletzungen und Überlastungsschäden reduziert sich. „Wichtig ist es, die Pflegeschüler für die Thematik zu sensibilisieren. Das funktioniert durch die kontinuierlichen praktischen Lerneinheiten sehr gut“, erklärt Tino Fischer. Als Fachlehrer steht Fischer während der Praxiseinsätze seiner Schüler jederzeit abrufbar zur Verfügung. Fragen zu bestimmten Patienten werden außerdem im Unterricht intensiv behandelt. Ein Konzept, das sich in der Krankenpflegeschule des AKH Viersen fest etabliert hat: „Die Schüler erfahren einen stetigen Kompetenzzuwachs und können das Gelernte vertiefen, so dass jeder Schüler am Ende der Ausbildung sicher in der Umsetzung der kinästhetischen Prinzipien ist“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Ulrike Langer.

Diese Art der Bewegungsförderung ist für alle Pflegeschüler des AKH Viersen verbindlich. Auch für die Altenpflegemitarbeiter des Seniorenhauses St. Cornelius werden Seminare angeboten. Selbst für die pflegenden Angehörigen innerhalb des Projektes „Familiale Pflege“ stehen auf Wunsch Fachlehrer bereit, um ihnen zu Hause die Prinzipien der Kinästhetik näher zu bringen.

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