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26.05.2014 | Auerbachs Keller Leipzig:

Neue Pilgerstation des Lutherweges

Pilger erhalten Stempel und können das Lutherstübchen besichtigen

Leipzig – Für Pilger des Lutherwegs gibt es nun auch in Leipzig offizielle Pilgerstationen. Eine davon ist der Auerbachs Keller. Im Rahmen des Jubiläumswochenendes zur Erinnerung an die Einführung der Reformation vor 475 Jahren in Leipzig erhielten jetzt Pächterehepaar Christine und Bernhard Rothenberger vom Präsident der Lutherweg-Gesellschaft, Pfarrer Dr. Ekkehard Steinhäuser, die Ernennungs-Urkunde sowie den Stempel für die Pilgerpässe. Der Lutherweg ist ein Gemeinschaftsprojekt von Kirchen, Tourismusverbänden, Kommunen und weiteren Trägern und richtet sich an Pilger, Wanderer und Besucher, die an der Reformation und ihren Wirkungen interessiert sind.


Bernhard Rothenberger freut sich sehr über die Anerkennung des Auerbachs Keller als offizielle Pilgerstation des Lutherweges: „Leipzig hat während der Reformation eine bedeutende Rolle gespielt, daher ist es mehr als verdient, dass die Stadt den Pilgern nun gleich mehrere Lutherstationen bieten kann.“

Bereits vor rund einem Jahr wurde der Auerbachs Keller als erstes Restaurant in Deutschland in die Lutherweg-Gesellschaft aufgenommen. Ein Grund ist das Lutherstübchen, das das Traditionsgasthaus im Herbst 2011 neu gestaltet hat. Das Lutherstübchen ist ein kleines, aber feines Museum für den Reformator. Hauptattraktion ist ein Gemälde von Volker Pohlenz. Es trägt den Titel „Das geheime Treffen“ und zeigt eine Zusammenkunft zwischen Martin Luther und Dr. Heinrich Stromer aus dem Jahre 1521. Mit dem Gründer von Auerbachs Keller Leipzig verband Luther eine Freundschaft. Sie begann 1519, als Luther anlässlich eines theologischen Streitgesprächs („Leipziger Disputation“) mit dem katholischen Theologen Johannes Eck Leipzig besuchte. Stromer war damals bereit, den umstrittenen Luther bei sich zu bewirten. Ein nicht ungefährliches Angebot. Zwei Jahre später kehrte der Reformator heimlich bei Stromer ein, als er auf der Durchreise von der Wartburg nach Wittenberg war. Diese Szene zeigt das Gemälde.

Pilger, die auf Luthers Spuren wandeln, können sich nun in Auerbachs Keller ihren Pilgerpass abstempeln lassen. Zudem wird täglich um 14 Uhr eine 30-minütige-Führung angeboten. Dabei wird viel Wissenswertes über den Reformator vermittelt.

Neben Auerbachs Keller Leipzig sind in Leipzig jetzt unter anderem das Alte Rathaus und die Thomaskirche offizielle Stationen des Lutherweges.

Der Auerbachs Keller in der Mädler-Passage ist die berühmteste Traditionsgaststätte in Leipzig. Bereits 1525 wurde hier an Studenten Wein ausgeschenkt. Seinen Namen erhielt das Lokal von seinem Gründer, dem Mediziner und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (Oberpfalz). 1625 ließ sein Urenkel Johann Vetzer den Fassritt Fausts auf zwei Tafeln im Kellergewölbe malen. Diese inspirierten später Johann Wolfgang Goethe zur Faustdichtung und verhalfen der einstigen Studentenkneipe zu Weltruhm. Während der DDR-Zeit war der Auerbachs Keller vorwiegend eine Messegaststätte für westliche Besucher, die in Devisen zahlen mussten. Nach der Wende kam es unter neuem Investor zum Konkurs und zeitweiliger Schließung des Hauses. 1996 wurden die Türen des Kellers für die Leipziger und ihre Gäste wiedereröffnet. Seit dem Bestehen des Auerbachs Keller sind hier schätzungsweise rund 92 Millionen Menschen bewirtet worden. Einer amerikanischen Studie zur Folge rangiert Auerbachs Keller unter den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt derzeit auf Rang fünf.


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Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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