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03.04.2014 | Gesundheitsnetz Viersen AG:

Hausärzte dringend gesucht

Praxen im Kreis Viersen schließen, weil Hausärzte keine Nachfolger finden. Die flächendeckende Hausarztversorgung wird es bald nicht mehr geben.


Kreis Viersen – Mit Mitte 60 möchte Dr. Leonard Smarczyk gerne in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Doch der Allgemeinmediziner, der seit 30 Jahren eine Hausarztpraxis in Brüggen-Bracht führt, findet keinen Nachfolger. Bereits vor zehn Jahren machte sich Smarczyk auf die Suche nach einem jungen Kollegen, der seine Praxis einmal übernehmen sollte - doch vergeblich. „Der Beruf Hausarzt ist einfach nicht mehr attraktiv genug“, hat Smarczyk festgestellt.

Die Gründe dafür seien vielfältig: Da ist zum einen die hohe Arbeitsbelastung mit Sprechstunden, Hausbesuchen und Wochenend-Einsätzen. Hinzu kommt die wirtschaftliche Situation: „Freiberufler sind wir doch nur auf dem Papier“, so Smarczyk. „Wir bekommen alles vorgeschrieben, tragen aber die volle finanzielle Verantwortung.“ So muss sich beispielsweise jeder Arzt bei Krankheit selbst um eine Vertretung bemühen, die er dann auch bezahlen muss. Wie viele seiner Kollegen fühlt sich auch Smarczyk seit vielen Jahren von der Politik allein gelassen.

Diese Stimmung nimmt auch Dr. Johann Heinrich Arens von der Gesundheitsnetz Viersen AG schon lange wahr: „Laut einer Hochrechnung der Kassenärztlichen Vereinigung fehlen 2030 im Kreis Viersen über 80 Hausärzte.“ Gleichzeitig werden die Menschen immer älter, wodurch der Bedarf an medizinischer Versorgung steigt. „Die jetzt praktizierenden Hausärzte sind im Durchschnitt 53 Jahre alt“, berichtet Arens. „Und wie Dr. Smarczyk haben auch andere Kollegen große Schwierigkeiten, ihre Praxis in jüngere Hände abzugeben.“

Ein Problem, das sich nicht schnell lösen lassen wird: „Wir werden die entstehende Lücke nicht mehr schließen können“, prognostiziert Smarczyk. „Selbst wenn der Hausarztberuf wieder an Attraktivität gewinnen würde, so schnell bekommt man junge Kollegen mit einem sechsjährigen Hochschulstudium und einer nochmals so langen Facharztweiterbildung gar nicht ausgebildet.“ Und so wird es in einigen Jahren wohl keine flächendeckende Hausarztversorgung mehr geben.

Leonard Smarczyk ist von dieser Entwicklung frustriert, aber die Hoffnung, dennoch einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, hat er nicht aufgegeben: „Wenn ich meine Praxis schließe, lasse ich meine Patienten im Stich. Das möchte ich auf jeden Fall verhindern.“ Smarczyk ist überzeugt, dass es noch irgendwo einen motivierten Kollegen gibt, der seine Arbeit fortführen möchte. „Trotz der unerfreulichen Rahmenbedingungen ist es sehr befriedigend, die Patienten zu versorgen und sich manchmal auch über das Medizinische hinaus um sie zu kümmern. Anderen zu helfen macht auch selbst glücklich.“

Die Gesundheitsnetz Viersen AG ist ein Zusammenschluss freiberuflicher Ärzte der Region. Gegründet wurde das Gesundheitsnetz im Jahr 2000. Dem Netz als Kooperationspartner angeschlossen sind die regionalen Krankenhäuser AKH Viersen und Städtische Kliniken Nettetal.

Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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