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13.02.2014 | AKH Viersen:

Brustschmerzstation – eine Herzensangelegenheit

- Die Chest Pain Unit, die zertifizierte Brustschmerz-Station in der Abteilung für Kardiologie und Angiologie des AKH Viersen, garantiert den Menschen im Kreis Viersen eine optimale Versorgung. Die Bilanz nach fünf Jahren verdeutlicht das.


Viersen – Bei einem Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Nur wenn die Rettungskette vom Notruf über die Fahrt ins Krankenhaus bis zur Diagnose und Behandlung stimmt, kann der Wettlauf mit der Zeit gewonnen werden. Vor allem spezialisierte Brustschmerz-Stationen, so genannte Chest Pain Units (CPU), können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Im Kreis Viersen hat das Allgemeine Krankenhaus Viersen (AKH) eine solche Einheit seit vielen Jahren etabliert. Bereits im November 2009 wurde die Chest Pain Unit am AKH, als eine der ersten in der Region, von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziert. 2013 erfolgte die Rezertifizierung unter Einbeziehung der neuesten Leitlinien.

„Je schneller ein Herzinfarkt erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Überlebenschance des Patienten. Schon vor der Zertifizierung schnitt der Kreis Viersen dabei gut ab und belegte nach einer Untersuchung der AOK zur Sterblichkeit an koronarer Herzerkrankung einen der vordersten Plätze mit besseren Werten als der Durchschnitt in Deutschland“, sagt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Seit der Zertifizierung steigt die Anzahl der behandelten Patienten von Jahr zu Jahr.“ 2013 wurden etwa 1.800 Patient auf der Chest Pain Unit untersucht und behandelt. Im selben Jahr wurden in der Klinik für Kardiologie etwa 1.900 Herzkatheter-Untersuchungen und mehr als 800 therapeutische Eingriffe (Ballondilatationen mit Stentimplantation) an den Herzkranzgefäßen durchgeführt. „Unsere Arbeit findet in enger Kooperation mit der kardiologischen Gemeinschaftspraxis Viersen und anderen niedergelassenen Kollegen statt“, erklärt der Chefarzt.  

Für die Zertifizierung einer Chest Pain Unit müssen viele Kriterien erfüllt werden. Neben der Verfügbarkeit eines Herzkatheterlabors über 24 Stunden an jedem Tag im Jahr, müssen strenge personelle und räumliche Voraussetzungen erfüllt sein. Für die wichtigsten kardio-vaskulären Erkrankungen gibt es fest definierte, schriftliche fixierte Diagnostik- und Behandlungsabläufe. Regelmäßige Schulungsprogramme für das Pflegepersonal und die Ärzte sind ebenso erforderlich. Aktuell befindet sich die Chest Pain Unit im AKH in unmittelbarer Nachbarschaft der Aufnahmestation und besteht aus einem Aufnahmebettplatz und sechs weiteren Monitorbetten. Im Neubau, der im Mai dieses Jahres bezogen wird, liegt die Chest Pain Unit neben den beiden Herzkatheter-Laboren und der Intensivstation. Die oberärztliche Leitung der CPU am AKH Viersen hat der leitende Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Dr. Rainer Knur, inne.

Ein Herzinfarkt oder ein drohender Herzinfarkt ist das Resultat eines Verschlusses oder einer starken Einengung eines Herzkranzgefäßes. Je schneller die Durchblutung wieder hergestellt wird, desto weniger Herzmuskel stirbt ab und desto besser erholt sich dieser. „Um den Schaden am Herzmuskel möglichst gering zu halten, ist es zentral, die Brustschmerzen des Patienten rasch und zielgerichtet abzuklären“, erläutert der Chefarzt. Obwohl der Großteil der Patienten, die auf der Chest Pain Unit diagnostiziert und behandelt werden, keinen Herzinfarkt haben, bleibt doch die Hauptaufgabe der Arbeit auf der CPU, Patienten mit Angina pectoris und Herzinfarkt schnell und sicher zu identifizieren. Anschließend werden sie im Herzkatheter-Labor behandelt.

Mit Chest Pain Units erhöht sich die Überlebenswahrscheinlichkeit

Seit Ende der 1990er Jahre als die ersten Chest Pain Units in den USA etabliert wurden, hat sich herausgestellt, dass die Abklärung von Brustschmerzen in einer Chest Pain Unit der Abklärung in einer normalen Notaufnahme überlegen ist. Internationale Studien haben gezeigt, dass durch die Etablierung von Chest Pain Units die Behandlung von Herzinfarkten schneller erfolgt und die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Herzinfarkt erhöht wird. Die Krankenhausaufenthalte von Patienten, die keinen Herzinfarkt haben, verkürzen sich und die Patientenzufriedenheit nimmt zu. Deswegen hat sich die Abklärung von Brustschmerzen in Chest Pain Units weltweit durchgesetzt.



Besonderheiten Abteilung für Kardiologie und Angiologie im AKH Viersen:

  • sechs Betten Chest Pain Unit von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziert
  • Intensivstation mit acht Betten und fünf Beatmungsplätzen
  • Thrombozytenfunktionsmessungen,  unter anderem zur Wirksamkeitsprüfung antithrombozytärer Medikamente
  • Angiologie
  • Schlaganfalldiagnostik und -therapie
  • Enge Zusammenarbeit mit der Kardiopraxis Viersen
  • Enge Zusammenarbeit mit Herzchirurgie, Gefäßchirurgie und Neurologie
Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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