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02.01.2014 | Netzwerkmarketing Fernwanderwege

Barrierefreiheit: Wanderwege werden unter die Lupe genommen

- Derzeit untersuchen zertifizierte Erheber im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ein Teilstück des Pieterpad und des Jakobspilgerwegs 4 auf Barrierefreiheit.

 

Niederrhein – Wandern ohne Hindernisse: Das ist das Ziel des EU-Förderprojektes „Netzwerkmarketing Fernwanderwege“. Damit die Wanderlust für Menschen mit Beeinträchtigung (zum Beispiel angewiesen auf Gehhilfen, Rollstuhl) und Familien mit Kinderwagen nicht zum Frust wird, testet derzeit ein speziell geschultes Team die Wanderwege auf ihre Barrierefreiheit. Im Blickpunkt stehen zunächst ein Teilstück des Pieterpad (von Lochem bis Gennep in den Niederlanden) und ein Teil des grenzüberschreitenden Jakobspilgerweges Nummer 4 (von Nijmegen bis Krefeld-Linn).

 

„Einfach in den Urlaub zu fahren oder los zu wandern, bleibt für Menschen mit Behinderung oft ein unerfüllter Wunsch“, sagt Martina Baumgärtner von der federführenden Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Viersen. „Zu groß sind ihre Ängste oder Erfahrungen, unterwegs Überraschungen zu erleben, die ihr Urlaubserlebnis einschränken.“ Um so etwas am Niederrhein auszuschließen, werden die Wanderwege genau unter die Lupe genommen. Sind die Wege ausreichend ausgeschildert? Wo befinden sich schwierige Steigungen? Wie sieht es mit der Oberflächenbeschaffenheit und der Breite der Wege aus? Gibt es Rastplätze und sanitäre Einrichtungen an der Strecke? Ist eine Anbindung an Bus und Bahn vorhanden? All das sind Fragen, die die zertifizierten Erheber analysieren. Anschließend geben sie Handlungsempfehlungen, wie mögliche Barrieren beseitigt werden können. Mit ersten Ergebnissen wird im Januar 2014 gerechnet.

 

Bundesweit einheitliche Standards für Barrierefreiheit

 

Der erste Erheber in Nordrhein-Westfalen - das Unternehmen sci Moers - wurde im Auftrag der WFG für den Kreis Viersen in Berlin ausgebildet. Geleitet wird die Ausbildung vom Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin und der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. (NatKo). Die beiden Organisationen setzen sich dafür ein, dass auch Menschen mit Behinderung ungehindert reisen können. Dazu legen sie bundesweit einheitliche Standards fest. Dies geschieht im Rahmen ihres gemeinsamen Projektes „Entwicklung und Vermarktung barrierefreier Angebote und Dienstleistungen im Sinne eines Tourismus für Alle in Deutschland.“ „Wenn die Wanderwege ihre Barrierefreiheit unter Beweis gestellt haben, wird dies für alle sichtbar gekennzeichnet“, informiert Baumgärtner. „Das sorgt für Transparenz und Sicherheit.“

 

Es bleibt aber nicht bei der Untersuchung der Wanderwege. Im nächsten Schritt werden die am Rande der Strecke liegenden Hotels, gastronomischen Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten analysiert und ebenfalls gekennzeichnet. Die Ergebnisse und Tipps zur Verbesserung werden den Betreibern dann im Rahmen eines Workshops vorgestellt. „Für Menschen, die auf Gehhilfen oder Rollstühle angewiesen sind, ist es sehr wichtig zu wissen, wo sie ungehindert einkehren können“, so Martina Baumgärtner. Aber auch die Betriebe haben einen Mehrwert. Denn sie sichern sich eine neue Zielgruppe als Gäste. 

 

Das Potenzial der Wanderer für den Tourismussektor ist gewaltig. Wandern liegt im Trend – bei allen Altersgruppen. Eine Entwicklung, die von Jahr zu Jahr zunimmt. Alleine in Deutschland sind es pro Jahr fast neun Millionen Wanderungen mit durchschnittlich 3,5 Nächten. Im Tagestourismus sind es 369 Millionen Wanderungen pro Jahr. „Wenn wir bei unseren Wanderwegen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, werden wir von dieser Entwicklung noch mehr profitieren“, sagt Baumgärtner. Das Projekt hat ein Gesamtbudget von 650.000 Euro. 

 

Das Projekt Fernwandern wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand  und Handwerk Nordrhein-Westfalen (MWEIMH) und der Provinz Gelderland  kofinanziert. Es wird begleitet durch das Programmmanagement bei der Euregio Rhein-Waal und der euregio rhein-maas-nord.

Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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