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04.11.2013 | Auerbachs Keller Leipzig:

Erinnerung an japanischen Faust Übersetzer Mori Ôgai

Traditionsgasthaus feierte den 100. Jahrestag des Erscheinens von Gothes Faust in Japan

Leipzig – Seine japanische Übersetzung von Goethes Faust gilt bis heute als die Beste: 1913 löste das Erscheinen von Mori Ôgais Faust-Übersetzung bei seinen Landsleuten ein anhaltendes Interesse an deutscher Literatur und Kultur aus. Aus Anlass dieses 100. Jahrestags gab es in Auerbachs Keller Leipzig eine Feier, denn hier wird seit Jahren die Erinnerung an den Arzt und Dichter gepflegt. Auf Einladung von Gastwirt Bernhard Rothenberger sprach die Japanologin Nora Bartels über die Geschichte und die Bedeutung der Faust-Übersetzung von Mori Ôgai.


Anwesend waren auch zahlreiche Vertreter von Presse, Hörfunk und TV. Das veranschaulicht die große  mediale Bedeutung des Themas. „Für uns war es eine große Freude, diese Feier auszurichten“, sagte Bernhard Rothenberger.

Gefeiert wurde im Großen Keller, wo seit 2009 das großformatige Wandgemälde von Volker Pohlenz mit dem Titel „Mori Ôgai erinnert sich an den 27. Dezember 1885 in Auerbachs Keller“ hängt. An diesem Tag war der Militärarzt mit einem Freund zu Besuch in Auerbachs Keller und es entstand die Idee, Goethes Faust ins Japanische zu übersetzen. Seit dem vergangenen Jahr hängen unter dem Bild zudem zwei Sonderbriefmarken der japanischen Post, die ebenfalls zur Ehrung von Mori Ôgai herausgegeben wurden.

Die Verbindung zwischen dem Auerbachs Keller Leipzig und Japan ist seit Jahren sehr gut – auch aufgrund des Interesses der japanischen Touristen an Mori Ôgai. Jährlich besuchen rund 4.500 Gäste aus dem asiatischen Raum das Traditionsgasthaus.

Der Auerbachs Keller in der Mädler-Passage ist die berühmteste Traditionsgaststätte in Leipzig. Bereits 1525 wurde hier an Studenten Wein ausgeschenkt. Seinen Namen erhielt das Lokal von seinem Gründer, dem Mediziner und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (Oberpfalz). 1625 ließ sein Urenkel Johann Vetzer den Fassritt Fausts auf zwei Tafeln im Kellergewölbe malen. Diese inspirierten später Johann Wolfgang Goethe zur Faustdichtung und verhalfen der einstigen Studentenkneipe zu Weltruhm. Während der DDR-Zeit war der Auerbachs Keller vorwiegend eine Messegaststätte für westliche Besucher, die in Devisen zahlen mussten. Nach der Wende kam es unter neuem Investor zum Konkurs und zeitweiliger Schließung des Hauses. 1996 wurden die Türen des Kellers für die Leipziger und ihre Gäste wiedereröffnet. Seit dem Bestehen des Auerbachs Keller sind hier schätzungsweise rund 92 Millionen Menschen bewirtet worden. Einer amerikanischen Studie zur Folge rangiert Auerbachs Keller unter den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt derzeit auf Rang fünf.

Ihr Ansprechpartner.

Kaspar Müller-Bringmann

Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

Telefon +49(0)2166.6282-0

   

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