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03.07.2013 | Geburtshilfe:

Kaisergeburt – innovative Geburtsform im AKH Viersen

Als erstes Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen hat die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des AKH Viersen eine Kaisergeburt durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen Kaiserschnitt, bei dem die Mutter zuschauen darf, wenn ihr Kind auf die Welt kommt – mit seinen positiven Folgen für alle Beteiligten.


Viersen – „Es war ergreifend und ich bin total begeistert, wie alles gelaufen ist,“ freut sich Martina Lübbe aus Tönisvorst, die ihre Tochter Amelie mit Hilfe der Kaisergeburt in der Frauenklinik des Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH) auf die Welt gebracht hat. Dabei laufen ihr noch Glückstränen über das Gesicht. „Es war ein tolles Erlebnis - ich bin einfach nur glücklich,“ sagt sie. Auch für Dr. Mathias Uhlig, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des AKH Viersen, war es ein besonderes Erlebnis. „Ich habe ja schon viele Kinder auf die Welt gebracht. Aber so eine Freude bei einer Mutter habe ich noch nie erlebt,“ staunt Uhlig noch immer. Als erstes Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen hat das AKH Viersen eine so genannte Kaisergeburt durchgeführt. Der Unterschied zum Kaiserschnitt ist zwar technisch gesehen klein, aber die Auswirkungen dafür umso größer.

„Die Rückennarkose mit vollständiger Betäubung der unteren Körperhälfte, das Eröffnen der Bauchdecke wie auch das Verschließen der Wunde ist exakt wie bei einem Kaiserschnitt“, sagt Uhlig. Doch im Augenblick der Geburt wird das OP-Tuch abgesenkt und Mutter und Vater dürfen zuschauen, wie das Baby aus dem Bauch geholt wird. Der Kopf der Mutter wird leicht angehoben, so dass sie bei der Kindsgeburt freien Blick hat. Nach Abnabelung und erstem Bestaunen sowie intensiver Kontaktaufnahme mit dem Baby wird der Sichtschutz wieder angehoben. Niemand braucht Angst zu haben, eine klaffende Wunde oder gar Blut zu sehen. „Der Schnitt ist nicht groß und liegt so weit unten, dass der gewölbte Bauch der Schwangeren das auf jeden Fall verhindert“, bremst der Chefarzt die Befürchtung von negativen psychischen Auswirkungen für die Eltern. Aus seiner Sicht sind die Folgen für Mutter und Kind nur positiv zu sehen. „Anders als beim normalen Kaiserschnitt wird sofort die Eltern-Kind-Bindung gefördert“, sagt Uhlig. Und die Mutter habe nicht das Gefühl, dass das Kind „aus dem Hut gezaubert“ werde, wie es ansonsten oftmals der Fall sei. „Das Geburtserlebnis ist viel stärker und persönlicher, als bei einem normalen Kaiserschnitt.“

Die Initiative zur Etablierung der Kaisergeburt ging von Laura Mavrides aus. Sie ist Mitglied des Verwaltungsrates des Krankenhauses. „Das war richtig emotional. Wir freuen uns sehr,“ erklärt AKH-Geschäftsführer Kim-Holger Kreft, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Thomas Axer und Laura Mavrides der frisch gebackenen Mutter persönlich gratulierte.

Natürliche Geburt wird weiterhin bevorzugt

Als erste Klinik in Deutschland hat die Charité in Berlin die Kaisergeburt im vergangenen Jahr eingeführt. Uhlig informierte sich deshalb bei seinen Kollegen in der Hauptstadt über die Kaisergeburt. Bisher habe man nur gute Erfahrungen gemacht, heißt es dort. Der Chefarzt betont allerdings, dass die natürliche Geburt weiterhin das Maß aller Dinge ist: „Ein Kaiserschnitt beziehungsweise eine Kaisergeburt ist und bleibt ein chirurgischer Eingriff, der nur in Risikofällen vorgenommen wird.“ Die Gründe sind vielfältig: Frühgeburt, Krankheiten der Mutter oder des Ungeborenen, Kindslage oder die extreme Angst der Mutter vor der Geburt, zum Beispiel, weil eine frühere Geburt sehr belastend war. „Nicht jeder, bei dem ein Kaiserschnitt geplant werden muss, wird auch eine Kaisergeburt erleben“, so der Frauenarzt, „denn jede Frau ist unterschiedlich. In einem ausführlichen Vorgespräch klären wir mit den werdenden Eltern, welche Lösung für sie die beste ist.“

Im vergangenen Jahr verzeichnete das AKH Viersen knapp 1.000 Entbindungen. Damit wurden die Zahlen der vergangenen Jahre bestätigt und bleiben auf einem konstant hohen Niveau. Nicht berücksichtigt sind dabei die Mehrlingsgeburten, die in der Statistik als eine Entbindung aufgeführt werden, auch wenn zum Beispiel Zwillinge zur Welt gekommen sind. In Bezug auf die Kaiserschnittrate bewegt sich die Geburtshilfe gegen den Trend in Deutschland: Mit einer „Sectiorate“ von 30 Prozent liegt das AKH Viersen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. „Wir sind Geburtshelfer und keine Geburtschirurgen“, kommentiert Dr. Uhlig die vergleichsweise niedrige Quote. „Wenn sich eine Operation aber nicht vermeiden lässt, dann sollten wir versuchen, sie so angenehm wie möglich für Mutter und Kind zu gestalten und der Mutter zumindest teilweise ein Geburtserlebnis zu ermöglichen.“



Führungen durch die Kreißsäle des AKH Viersen

Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, jeweils um 18 Uhr mit anschließendem Bildervortrag. Das gilt auch, wenn der Dienstag ein Feiertag ist. An jeweils einem ausgewiesenen Sonntag im Monat um 12 Uhr können Schwangere gemeinsam mit ihren Partnern die Kreißsäle ansehen. Chefarzt Dr. Mathias Uhlig beantwortet bei dieser Gelegenheit gerne alle Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Die nächste Kreißsaalführung mit dem Chefarzt ist am Sonntag, 28. Juli. Eine Anmeldung für diese Veranstaltungen ist nicht erforderlich.

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Inhaber des Medienbüro Müller-Bringmann und Chefredakteur.

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